Die Seespitzler kommen aus einem Seitental des Iseltales, aus dem berühmten Defereggental. Das Hochtal, idyllisch gelegen, heute touristisch sanft erschlossen, Teil des Nationalparks, deren Bewohner bis 1700 m Höhe ihren Dauerwohnsitz haben. Ihre Tanzmusik klingt hier in Osttirol anders, ursprünglicher, weniger zurechtgeschliffen, ungekünstelt, stolzer, herzlicher, einfach "wilde schiien", was im Osttirol soviel wie "wunderschön" bedeutet. Heute lassen schnelle Straßen, Rundfunk und Fernsehen die musikalischen Landschaften überall näher rücken und damit ein bisschen "gleicher" werden. Gerade deshalb müssen wir froh sein, dass sich die Musikanten aus dem berühmten Defereggental ihre eigene osttirolerische "Tonart" erhalten haben. Die Seespitzler, ob in der Besetzung als schneidig aufspielenden Tanzmusik oder als heimelige Stub'nmusik, ob mit Harfen oder steirischer Harmonika, es wird gespielt, wie es der jeweiligen Zeit oder dem Anlass entspricht.

Aus St. Jakob, dem berühmten Osttiroler Fremdenverkehrsort sind Vater Peter Lercher vulgo Stindlis, der das Hackbrett schlägt, Sohn Felix Lercher, Posaune, Okarina und Enkel Manuel Lercher, diatonische Harmonika, aus St. Veit stammt Helmut Stemberger, der die Basstube bläst, aus Hopfgarten kommt Edmund Blasisker, er bläst das Flügelhorn und in Plon bei Hopfgarten, dem Eingangsort des Tales, ist Siegmund Blasisker vulgo Innerathem, Schwiegersohn von Peter lercher, auf seinem Bauernhof zuhause. Er spielt Klarinette, Gitarre, Bassgeige, war 10 Jahre lang Kapellmeister in St. Veit und schreibt viele der Stückeln, die die Seespitzler, aber auch andere Volksmusikgruppen spielen. Aus Prägraten im Virgental kommt Irmgard Weißkopf, Harfe und Okarina.

 

Eine große Besonderheit ist Stindlis Peter's Hackbrett, ein nur dreimal nach demZweiten Weltkrieg in Lienz gebautes chromatisches Hackbrett, das aber wie ein diatonisches Osttiroler Hackbrett klint und überall Aufsehen erregt. Dieses Hackbrett erfordert eine eigenen Spielweise, so dass selbst alte hackbrettler sich auf diesem Hackbrett nicht gleich zurechtfinden. Sie Seespitzler haben sich 1995 zusammengefunden, um als "Tanzlmusig" aufzuspielen. Sie erfreuen seitdem bei Hochzeiten, Traditionsabenden, Advent- und Weihnachtssingen, Frühschoppen im Rundfunk und Fernsehen ihre Freunde und Anhänger. Mit besonderer Freude erinnern sich die Seespitzler an eine Einladung der UNO nach Zypern. Dass sie im Rundfunk immer wieder zu hören, im Fernsehen zu sehen sind, spricht für die Qualität der bescheidenen Deferegger.

Ihre Spielweise Osttiroler Musikalität ist ein leuchtender Farbtupfen im Mosaik der großartigen alpenländischen Musiklandschaft und ein bescheidener Beitrag zur Tiroler Volkskultur und eine musikalische "Tyroliensie".